Mittwoch, 14. Oktober 2015

Kranich II Fortsetzung

Es ist etwas weitergegangen!

Nach längerer Sommerpause und partieller Lustlosigkeit wegen der nicht gelungenen Haubenrahmen, hat das Wetter wieder den Bastelkeller in den Vordergrund gerückt. 
Der Rumpf ist verschliffen und mit Klebelack für die Koverall Bespannung vorbereitet. Die Leitwerke sind soweit fertig, die Klappen mit leichtem Polyestervlies bespannt und mit Spannlack konserviert.

Die Flächenübergänge werden erst mit den fertigen Tragflächen angepasst.

Leider ist mir der Kabinenrahmen -hatgelötete Messingröhrchen- nicht so gelungen, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich werde wohl den mittleren Rahmen und die hintere Haube nochmal bauen.


 Man hat schon einen Eindruck von dem mächtigen Kranich-Rumpf.

Und auch der Bau der Flächen ist begonnen. Zuerst wurde eine Helling mit dem 3,5° Knick für die 2,5 m Flügel gebaut. Daruf werden zuerst die unteren Holme aus 2x12 Kiefernleisten aufgebaut. Im Wurzelbereich verzweigt sich der Hauptholm, da wird wechselseitig geschäftet. Danach muß der Holm noch in Breite und Dicke verjüngt werden. Und das Ganze 4 mal, rechts - links, oben - unten.


Donnerstag, 3. September 2015

IS-4 Jastrzab Vintage Aerobatic Glider im Hangflugbetrieb - Flugeigenschaften

Nachdem nun endlich die Kunstflugstreifen appliziert und der Holzrumpf weiße Farbe angenommen hatte, konnte ich den IS-4 endlich mal ausgiebig in Italien eine Woche am Hang unter optimalen Bedingungen erproben.
Als Änderung gegenüber den Erstflügen im letzten Jahr waren nun auch der Höhenruderspalt mit Folie abgeklebt und die Kabinenhaube neu; d.h. alle Scharnierspalte luftdicht.
Spannweite 3m M1:4;
aktuelles Abfluggewicht 3.300 kg, ( plus 900g Zuladung im Flügel nach Bedarf);

Eines vorweg:
Dieses Flugzeug ist zwar als Modell für Kunstflug konzipiert worden. Es hat aber nichts mit den heute auf dem Markt üblicherweise als Kunstflugmodelle vertriebenen CFK/GFK-Konstruktionen (von Swift/Fox/Stingray bis sonst wohin) zu tun. Die Flugleistungen und die max. Geschwindigkeit solcher Modelle sind auf alle Fälle weitaus größer.
Häufig sind Videos zu sehen, die maximale Geschwindigkeit, dynamische Belastbarkeit und möglichen Jet-ähnlichen großräumigen Flugstil hervorheben wollen. Ich glaube, meistens werden solche Modelle auch genau in diesem Modus genutzt. 300m senkrecht kommen lassen-voll ziehen-und sich freuen, daß die Investition für die "Strong Version"-Bauausführung gerechtfertigt ist. Und in der Hektik auch keine Durchbiegung der Flächen sichtbar wurde.
Kunstflug bedeutet  aber genau das Gegenteil. es geht darum, die mehr oder weniger guten flugdynamischen Eigenschaften des Flugzeugs optimal in vorgegebene Figuren umzusetzen. Wobei der Vorführ-Flugraum auch für Segelflugzeuge begrenzt bleiben sollte (nicht nur eben für Competitions).

Die Flugeigenschaften
Die Flugeigenschaften konnten mich ein ums andere Mal wirklich begeistern.
  • Was als eine der ersten Beobachtungen von unseren Hörgeräteträgern kam war, daß der Jastrzab quasi lautlos die Luft benutzte, und wenn man ihn doch irgendwie akustisch wahrnahm, dann nur ein ganz leichtes Säuseln. Die Aerodynamik scheint keine schwerwiegenden Fehler zu haben, außer dem dicken Rumpf, dem Knickflügel, den Verzügen ...
  • Sehr langsam zu fliegen (nicht nur in Thermik-Stellung der Klappen und -Querruder).
  • Abreißverhalten in Normal u. Rückenflug äußerst gutmütig.
    Zum Einleiten des Trudelns reicht jeweils Seiten u. Höhenruder, Querruder braucht dazu nicht gesteuert zu werden, auch nicht um im eigenstabilen Drehen zu bleiben. Das Ausleiten erfolgt zeitgenau mit dem Neutralstellen von HR/SR.
  • Im Rückenflug fliegt er mit der momentanen SP-Lage bei voll gedrücktem Tiefenruder horizontal weiter, in einer Art Sackflug. im Normallage kippt er aber immer irgendwann nach rechts weg. (anscheinend die Folge geringer Verzüge im Flügel-Klappenwerk, von denen ich wohl weiß, die sich ansonsten aber nicht negativ auszuwirken scheinen).
  • Der Jastrzab ist in allen extremen Fluglagen voll steuerbar, die kontrollierte Reaktion auf SR/HR -Eingaben bleibt immer vorhanden, praktisch geschwindigkeitsunabhängig. Dies scheint mir eine positive Folge der verwendeten HQ-Acro-Profile an SR und HR zu sein, die ein hinausgezögertes Abreißverhalten aufweisen sollen..
  • Die Wendephase am obersten Turnpunkt ist immer sicher steuerbar, auch wenn man praktisch erst auf den "letzten Drücker" das SR betätigt.
  • auch "Männchen" aller Varianten bleiben zuverlässig steuerbar. (aus Normal-oder Rückenflug, nach hinten oder vorne gekippt)
  • Rollen bleiben auch bei sehr niedrigen Anfangsgeschwindigkeiten immer voll steuerbar. Vermutlich liegt es an dem hohen Rumpf und dem verhältnismäßig langen Rumpfanteil vor dem Schwerpunkt. Man erwartet immer wieder, daß bei Eintritt in das letzte Viertel der Rollphase das Flugzeug aus der Bahn fallen müßte, aber getäuscht; absolut erstaunlich.
  • gerissene Rollen/Figuren gehen auch, sehen spektakulär aus, aber da brauchts noch etwas Übung meinerseits, und Steuerungsabstimmung.
    Vertikal nach unten u. oben gerät das Ganze einigermaßen ansehnlich. Aber horizontal ist die Versetzung aus der Flugbahn oft extrem und dabei die Geschwindigkeitsreduzierung zu viel, so daß man froh ist, anschließend aus einem Fast-Stillstand wieder halbwegs normal weiterfliegen zu können.
    Schätze mal das hängt mit der Komposition der Ausschlaggrößen zusammen. Oder eher noch mit dem schwachen Seitenruder-Servo, das doch recht langsam und "teigig" arbeitet. Werde auf jeden Fall mal das SR-Servo gegen einen geeigneteren Typ austauschen.
  • Die Realisierung von Loopings mit erstaunlich kleinen Durchmessern (sowohl positiv als auch negativ) ist eine neue Erfahrung mit so einem 3m-Segler. Man kann auf engstem Raum stehende und liegende Achten platzieren.
  • Das geringe Gewicht hat zur Folge, daß für runde Loopings (keine Eier) mit großzügigeren Durchmessern doch deutlich mehr Eingangsfahrt erforderlich ist. Bei erhöhter Flächenbelastung (+ 900g Zuladung) ist das natürlich verbessert.
  • Für Kunstflug in der Ebene ist die hohe Flächenbelastung besser, da großräumigere und dynamischere Figuren dargestellt werden (müssen), wegen des höheren Abstands zum Betrachter.
  • eine nette Abwechslung zum Abstieg aus großer Höhe ist - anstatt des Benutzens der Butterfly's oder dem Trudeln - eine Figur, deren Bezeichnung ich nicht kenne, ich aber schon in 3D-Motorflugvideos gesehen habe. Es ergibt sich eine stabile korkenziehergleiche Spiralfigur in Messerfluglage, bei Eingabe von 100% Tiefe, 100% Seite, und gleichsinnig Querruder - 
    Fazit: geht schneller als Trudeln, spektakulär, berauschend; man muß nur wie beim Fallschirmspringen rechtzeitig den gesicherten Flugzustand wieder herstellen, der Boden nähert sich dabei recht schnell.
was ist noch geplant?
Nun, da der Jastrzab einen 4-Klappen-Flügel hat, möchte ich ausprobieren, ob mit der SNAP-FLAP Funktion noch etwas an Wendigkeit und Flugleistungs-Effekten herauszuholen ist.
Und dann wollte ich ja auch noch ein Paar Rauchpatronen-Halterungen an den Flügel konstruieren, die Verdrahtung dafür hatte ich ja schon realisiert.

Hier noch ein paar Bilderchen, die mir Gert Schröter dankenswerter Weise im Flug machte.
die Kennung des Originals - und die Rippenstruktur des Modells.
Abstieg aus den Wolken
vor fantastischem Panorama in südlicher Sonne

Mittwoch, 19. August 2015

Der Jastrzab im weissen Kleid

Nach einer ultimativen Bügelorgie nun das Ergebnis, exklusiv im Blog. Auch der Rumpf wurde nun mit ORACOVER MCM-Weihnachtstombola-Folie bespannt.
es ging eigentlich ganz gut faltenfrei zu verarbeiten, nur im Bereich der Schnauze konnte ich ein paar Falten nicht vermeiden. Aber aus 2m Entfernung sieht man nichts davon; und aerodynamisch liegen die innerhalb der Grenzschicht.
Als Vorbild diente ja der bereits gezeigte SP-1291, hier ebenfalls zu sehen.





Dienstag, 3. Februar 2015

Kranich II

noch ein Schritt weiter...

Das sehr aufwendig aus Messingrohr hartgelötete Haubengerüst ist endlich fertig! Alles ohne Hilfsgerüst!
Jetzt bekommt der Kranich langsam sein Gesicht. Und ich kann endlich in Holz weiter bauen. Für Rumpf steht noch fertig Beplanken und für Leitwerke Bespannen an.








und weiter gehts....

Inzwischen ist der Kranich Rohbau weiter gediehen. Rumpfhälften sind "verheiratet", Kabinenrücken ist beplankt und auch einige zeitintensive Anpassungen, wie Unterbringung der Akkus, demontierbare Servos für Höhe, Seite und Kupplung sind komplett.

Einige Bilder:


Rumpf und Leitwerke schon mal zusammengesetzt.

Cockpit wurde innen schon vor dem Verkleben der Hälften beplankt. Man kommt einfach besser dran.
Die Halbschalenbauweise hat schon was für sich!

Detail in der Rumpfnase, das demontierbare Rudermaschinenbrett für das Höhen-, Seiten- und Kupplungsservo. Muß herausnehmbar sein, damit man die Akkus zwecks Aufladung bzw. Wechsel herausnehmen kann.
Die Akkus ragen in die Aushöhlung der Rumpfnase hinein, auch die muß auch noch in die endgültige Form gebracht werden.
Das kleine rote Röhrchen unter den Servos ist die Lagerung des Drahtes für die Schleppkupplung (System Ohlwein).

 
Das Semi-scale I-Brett vorn ist schon drin, der Instrumententräger wird gegen das dahinter liegende Brett geschraubt.
Die Züge für Höhen- und Seitenruder sind verlegt, Anschlüsse zu den Servos fehlen noch.


In der Zwischenzeit immer wieder Feinarbeiten an Höhen- und Seitenleitwerk, schleifen, schleifen, und nochmal schleifen. Dabei sind mir einige der kleinen Balsadreiecke im Höhenleitwerk beim Festhalten wieder zerbrochen und ich musste flicken.

Leider ist die Spaltabdeckung aus 0,6 mm Birkensperrholz noch nicht so angepasst, wie ich das gerne hätte. Es schleift noch.

Damit sind Höhen- und Seitenleitwerk -fast- fertig zum bespannen.
Ich schwanke immer noch zwischen Koverall und Oratex.

Und hier noch ein Größenvergleich mit dem Rumpf der Klemm 35.

Wer die Klemm letzten Sommer am Platz gesehen hat und eventuell von der Größe beeindruckt war, hat jetzt eine Vorstellung vom "Koffer" Kranich.
Wahrscheinlich brauche ich dann beim Fliegen keine Brille mehr :-)).
Dazwischen der fast filigrane Rumpf der 4m ASW 15.

Jetzt kommt noch die kniffligste Arbeit am Rumpf, die Erstellung des Kabinengerüstes aus Messingrohren.

Da kann ich dann die wegen der Mengen von Holzstaub notwendig gewesene Flüssigkeitsmenge am Abend wieder reduzieren...

Dienstag, 13. Januar 2015

Kranich II

Nun etwas ausführlicher vom Kranich II.

Nachdem ich im Dezember angefangen hatte, ist es inzwischen mit Rumpf und Leitwerken weitergegangen.

 Die Rumpfseitenseite sind noch nicht verklebt, fehlt noch etwas Innenausbau.

 Vor der Verklebung wird der Kabinenbereich auch innen mit Sperrholz beplankt.

Seitenleitwerk ist fertig zum Beplanken / Bespannen.

 Beim Höhenleitwerk muß noch die Ruderklappe komplettiert werden. Die inneren Rippen aus Pappelsperrholz hatten sich leider verzogen, werden jetzt befeuchtet gepresst.


Nun etwas Geschichte, warum das Projekt Kranich II?
Mit dem Kranich II war es das erste Mal.

Im Jahre 1962 wohnte ich in Oberammergau etwa 500m Luftlinie vom Segelflugplatz entfernt, der von Ernst Jachtmann mit einigen Begeisterten mühsam hergerichtet und betrieben wurde.

Da ich mit meinen 13 Jahren schon vom "Bazillus Aviatikus" befallen war, konnte man mich häufig auf dem Platz antreffen. Als kleine Anerkennung für meine jugendlichen Hilfsdienste nahm mich Ernst Jachtmann wenige Male am Ende des Tages zu einer Runde über das Ammertal im Kranich mit.
Eben derselbe D-1254 mit Sinalco Werbung (auf dem Foto sitze ich NICHT drin). War ja auch das passende Getränk für einen Jugendlichen.

Was ich damals nicht wusste, mit wem ich da eigentlich flog.

Ernst Jachtmann hatte immer noch den Weltrekord im Dauersegelflug mit 55:52 Stunden, geflogen im Jahre 1944 (mit Unterschenkelprothese).
Er betrieb von 1954 bis 1957 Segelflugausbildung am Flughafen München-Riem. Sowas kann man heute nur noch in Innsbruck bewundern, in Deutschland unmöglich.
In 1957 verlegte er in das Ammertal, in das Moorgelände zwischen Ober-und Unterammergau. Dort lief der Betrieb zwar mühsam, aber enthusiastisch.
Aber auch hier gab es "Andersdenkende". Nach endlosen Querelen kam 1976 das endgültige Aus für den Platz. Die Beantragung für den Betrieb eines Segelflugplatzes im Pulvermoos wurde wegen "schwerwiegender Bedenken aus naturschützerischer Sicht"  vom Naturschutzbeirat der Regierung abgelehnt.
Danach versuchte Ernst Jachtmann immer wieder den Segelflugbetrieb im Ammertal aufzubauen. Bis er
am 8.5.1980 in Unterammergau verstorben ist.

Dienstag, 30. Dezember 2014

Paint Scheme für den IS-4 Jastrzab

Nachdem nun der Jastrzab glücklich eingeflogen werden konnte und alles unbeschadet überstand (wackelige Hochstarts an der Winde inbegriffen), war es an der Zeit, sich über die weitere farbliche Gestaltung seines äußeren Erscheinungsbilds Gedanken zu machen. Es sollte sich nachvollziehbar an irgendwelchen Originalen anlehnen.

Anhand der historischen Fotos  einiger IS-4 im Net kann man erkennen, wie sich das damals einige Leute ausgedacht hatten. Was mir an diesen allgemein gar nicht zusagt, ist die geometrische Gestaltung und Verteilung der Kunstflugstreifen - einfach nicht harmonisch, aber vielleicht liegt's ja auch am Flieger.
Am ehesten akzeptabel gelöst fand ich es bei einem der überholten DDR-Jastrzabs, dem DM-4001. (siehe Foto). Mein Problem war aber, daß ich keine rote  Bügelfolie hatte, sondern nur blaue. Und naja, beim Zirkel in der Flagge kam ich auch etwas ins Grübeln....

Da stolperte ich über die Skizze eines Tischmodells des IS-4, angefertigt vom Konstrukteur selbst. Das leuchtete mir sofort ein. Und nachdem die Farbvorgabe der Skizze "dunkelblau" lautete, war die Entscheidung, das Schema zu übernehmen, zum Glück gefallen.

Nun ging es daran, die Zulassungs-Kennung anhand eines bekannten Originals zu bestimmen, was ja dann auch Auswirkung auf die weiteren anzubringenden Verzierungen und Symbole hat. Die Wahl fiel auf den SP-1291, weil der eine weiße Rumpfnase hatte, und die Farbe der Bemalung nicht nachvollziehbar ist, da SW-Foto. Könnte also damals genau so gut Blau wie Rot gewesen sein.

Christian hatte sich liebenswerter Weise angeboten, seinen CNC-Folienschneider für mich anzuwerfen, um genau diese Buchstaben incl. "Jastrzab"-Schriftzug für das Seitenleitwerk im richtigen Maßstab zu fertigen.
Hier schon mal die aktuell vorliegenden Ergebnisse.

 
 
Der Rumpf ist leider immer noch unlackiert, wird aber hoffentlich demnächst in Angriff genommen werden. Suche nur noch jemanden aus der Politik, der das für mich macht, wie damals unerwartet  die Rot/Schwarz-Klebung des Holmrohrs. siehe hier 
Vielleicht hat Frau Haderthauer ja noch Beziehungen.


Montag, 15. Dezember 2014

Kassel 25

Kassel 25 das Original

Die Flugsaison 2014 ist beendet und die Reparatur der DB10 ist nahezu abgeschlossen. Zeit sich einem neuen Projekt zuzuwenden.
Die Wahl fiel auf die „Kassel 25“ ein Flugzeug des SEGELFLUGZEUGBAU KASSEL aus dem Jahr 1930. Das Flugzeug wurde vom NSFK (Nationalsozialistische Fliegerkorps) später als Hochleistungssegelflugzeug geführt und in einem Atemzug mit wesentlich aufwändigeren Flugzeugen wie „Reiher“ oder „Condor III“ genannt.
Nicht unerwähnt soll bleiben, dass auch die „Wien“ von Robert Kronfeld, das „Musterle“ von Wolf Hirth und die „Austria“ von August Kupper vom SEGELFLUGZEUGBAU KASSEL gebaut worden sind.

 Kassel 25

Den Reitz der „Kassel 25“ macht für mich der filigrane Aufbau des Seglers aus.
Aus einem Artikel, erschienen in der Werkszeitschrift der FIESELER WERKE, erfahre ich, dass man bei der Konstruktion der Kassel Typen, mitten in der Weltwirtschaftskrise 1929 bis 1932, soviel Material (insbesondere das teuere Flugzeugsperrholz) sparen wollte wie möglich und dass man damit ein möglichst erschwingliches Leistungssegelflugzeug anbieten wollte.
Im April 1930 gründete Gerhard Fieseler durch Erwerb einer kleinen Segelflugzeugbauwerkstatt in Kassel Ihringshausen die Firma SEGELFLUGZEUGBAU KASSEL, die nach einjährigem Bestehen ihren Namen in FIESELER-FLUGZEUGBAU KASSEL änderte.
In den Anfängen beschäftigte die Firma 10 – 15 Arbeiter und wurde weitestgehend  durch die Preisgelder aufrecht gehalten, die Fieseler an den Wochenenden mit seinen Kunstflugvorführungen verdiente.
In den Anfangsjahren entstanden die Segelflugzeugtypen „Kassel 12“ bis „Kassel 25“, deren Hauptkomponenten wie Flächen und Rümpfe miteinander weitestgehend kompatibel bzw. austauschbar waren.



Kassel 25

Anschließend an das vom SEGELFLUGZEUGBAU KASSEL gebaute Übungsflugzeug „Kassel 20“ hat die inzwischen in FIESELER-FLUGZEUGBAU KASSEL umbenannte Firma das Hochleistungs-Segelflugzeug Kassel 25 entwickelt.
In „FLUGSPORT“ Nr. 15  von Oscar Ursinus aus dem Jahr 1931 wird damals geschrieben:
Diese neue schnittige Maschine zeigte bei Ihren Probeflügen am 15.6., ausgeführt von Hurttig, Kegel, Oberiltn, Hentschel u.a.m., ganz hervorragende Flugeigenschaften.
Die stark nach den Enden zu verjüngten Flügel sind zweiholmig und abgestrebt. Das Profil, übrigens das gleiche wie bei der "Kassel 20", wird durch Zwischenschaltung von Hilfsspieren zwischen die mit 125 mm Abstand an sich bereits sehr eng gesetzten Hauptspieren sehr gut gewahrt. Die Verdrehsteifigkeit der Flügel wird durch Holzdiagonalen und der Sperrholznase erreicht; im übrigen ist die Fläche Stoff bespannt. Die Stahl-Streben sind mit Sperrholz tropfenförmig verkleidet. Die Querruder besitzen Differential-Steuerung, die derart ausgebildet ist, dass innerhalb des Gestänges ein mechanischer Druckausgleich entsteht, der die
Kraft am Knüppel sehr stark verringert. Es ergibt sich daraus eine derart mühelose Betätigung der Querruder, dass stundenlanges Segeln für den Führer keinerlei Kraftanstrengung erfordert. Die gewissermaßen normalisierte Art der Flächenaufhängung geht auch hier darauf aus, die Montage so einfach wie irgend möglich zu gestalten, indem das Lösen von Spannschlössern, etc. vermieden
wird. Durch Verwendung großer Rollen wurde eine gute Leichtgängigkeit sämtlicher Ruder erreicht.
Der Führersitz ist mit einer Hohl-Sperrholzlehne versehen, die gleichzeitig als kleiner Gepäckraum ausgebildet ist. Wird jedoch ein Rückenfallschirm mitgenommen, so füllt er genau den Raum der Hohllehne aus, weshalb letztere leicht demontierbar
eingehängt ist. Der Sitzausschnitt ist mit einer leicht abnehmbaren Verkleidung ausgestattet, die zur Verringerung des Luftwiderstandes den Kopf des .Führers in einem schmalen Ausschnitt freilässt. Die Maschine wird serienmäßig mit je, einem Brust- und einem Hüftenanschnallgurt ausgerüstet. Einbau einer Ausklinkvorrichtung für Schleppflüge ist leicht möglich.   
Vorteilhaft ist die Möglichkeit, die Flächen gegen solche der Type "Kassel 20" ohne irgendwelche Umbauten auswechseln zu können. Dadurch wird dem Besitzer die Möglichkeit geboten, in einer Maschine mit 2 verschiedenen Flächen 2 voneinander in den Leistungen abweichende Typen zu vereinen. Durch die Herstellungsart in Schablonen und eine sorgfältig durchgeführte Kontrolle aller Teile ist Gewähr dafür gegeben, dass nicht nur die Auswechselung der Flächen, sondern auch die nachträglich infolge von Beschädigungen etwa erforderliche Montage von Ersatzteilen tatsächlich einwandfrei möglich ist.
Der Preis dieser Hochleistungsmaschine beträgt nur RM 1560.einschl. Anschnallgurten und oben beschriebenem kleinen Gepäckraum. Trotzdem die Type erst vor 2 Wochen erschien, ist die zur Zeit im Bau befindliche Serie von 6 Maschinen bereits vergriffen.
Die Type Kassel 25 wird auch auf Wunsch in Einzelteile zerlegt geliefert und das Baurecht für den Selbstbau gegeben. In Einzelteilen bezogen, d. h. als kompletten Satz sämtlicher Teile einschließlich aller für die Fertigstellung erforderlichen Materialien wie Cellon, Stoff, etc. kostet die Maschine nur noch RM 990.-.
 Anzumerken ist hier, dass verglichen mit dem heutigen jährlichen Durchschnittsverdienst von 34857,- € der damalige Durchschnittsverdienst lediglich 2074,- RM (Reichsmark) betrug! Ein Facharbeiter verdiente im Jahr 1930 ca. 90,-RM monatlich.

Spannweite: 18,0 m
Länge über alles: 6,425 m^2
Flächeninhalt: 15,5 m^2
größte Flächentiefe: 1,140m
Seitenverhältnis: 20,9:1
gewogenes Leergewicht: 127 kg,
Fluggeschwindigkeit: 14 m/sec.,
Gleitwinkel:  25:1
Flügelbelastung: 12,8 kg/m',
Sinkgeschwindigkeit: 0,58 m/sec.

Bereits im Rhön-Wettbewerb 1931, also ein Jahr nach Gründung der Firma waren fast die Hälfte der geflogenen Maschinen „Kassel“-Typen.
In den Jahren 1930 bis 1932 wurden 55 „Kassel“-Typen ins Ausland geliefert.

„Kassel 25“ Modell im Maßstab 1:4

Das Modell der „Kassel 25“ soll wieder im Maßstab 1:4 entstehen. Bei den 18m des Originals ergibt das eine Modellspannweite von handlichen 4,5m.
Nach mühsamen Recherchen, die leider nicht sehr ergiebig waren, gehen die Konstruktionsarbeiten, die weitgehend auf einer Dreiseitenansicht aus der NSFK Publikation „Gleit- und Segelflugzeuge“ aus dem Jahr 1941 basieren, mittlerweile zügig voran.


 Die Dimensionen des Modells ergaben sich aus der schon oben erwähnten Dreiseitenansicht aus der NSFK Publikation „Gleit- und Segelflugzeuge“. Auch hier ist ein Rippenabstand von 125mm wie von Oskar Ursinus beschrieben, dargestellt, was 74 Rippen pro Flügelseite bedeutet hätte. Das Nachzählen der Rippen in den vorliegenden Fotos zeigt jedoch, dass lediglich 48 Rippen realisiert worden sind. Den kleiner werdenden Rippenabstand zur Flügelspitze hin habe ich nicht realisiert, sodass ich in meiner Konstruktion lediglich 41 Flügelrippen verwende.
Über das verwendete Profil fanden sich leider keine Hinweise. Das in den 30iger Jahren wohl beliebteste Profil war wohl das GOE 535. Da bei diesem Profil das Beplanken wegen des großen Nasenradius´ erleichtert würde entschloss ich mich einfach dazu auch beim Modell das GOE 535 zu verwenden.


Die Berechnungsergebnisse der Vortex Flugleistungen und die zugehörige EWD Berechnung sind im Folgenden dargestellt.



 Modelldaten:
Spannweite:  4500 mm
Gesamtlänge: 1620 mm
Flügelfläche:  105 dm^2
Flügelstreckung: 19,24
Höhenleitwerkfläche: 13,13 dm^2
Höhenleitwerksstreckung: 4,28
EWD: 3°
Fluggewicht: ≈5000g -6000g
Flächenbelastung: ≈ 47 g/dm^2 - 47 g/dm^2
Tragflächenprofil: GOE 535  (2,7° Schränkung ab Knick)
Leitwerksprofil: NACA 009
Bauweise: Spanten und Rippen Pappel Sperrholz , Kiefernleisten, Birken Sprerrholz Beplankung, KOVERAL Bespannung, Flügel zweiteilig abgestrebt und aufgeschraubt
Höhenleitwerk zweiteilig angesteckt 
Steuerung: Höhe, Seite, Querruder, Schleppkupplung, für die Landung Querruder nach oben