Freitag, 4. Oktober 2013

Jastrzab - Bau des Leitwerks

Frisch motiviert vom Ausflug an den Catria überkam mich gleichzeitig ein schlechtes Gewissen ob der lange Zeit brachgelegenen Bauarbeiten an meinem Jastrzab.
Alsbald nahm ich widerwillig den Schleifklotz und Laubsäge zur Hand, und konnte nach langer Zeit endlich mal wieder Balsastaub inhalieren.

Hier ist das vorläufige Ergebnis.
Beim Seitenleitwerk fehlt nur noch das Anlenkungshorn (CFK)
 
Es wurden Profile der HQ/Acro-Reihe verwendet. Dicke HLW 8% auf 9%.

Der HR-Ausschlagwinkel wurde von mir als ausreichend befunden. Auf Hohlkehlen-Ausführung habe ich verzichtet, der Bauaufwand war mir von vornherein zu hoch . Als Scharniere kommen Glasfaser-Streifen zum Eisatz, der Spalt wird luftdicht gebügelt.

Ruderanlenkung mittig im Rumpf. Ich habe mich für eine einfache Gabelkopf-Lösung entschieden, da diese momentenfrei und erfahrungsgemäß sicher und wartungsarm ist.  

hat schon etwas Ähnlichkeit mit einem Flugzeug ? Obwohl einige Leute aus ästhetischen Gründen der Meinung sein sollen, daß noch kein Jastrzab wie ein Segelflugzeug ausgesehen hat....

auch das Seitenleitwerk hat ein  HQ/Acro-Profil zur Verfügung gestellt bekommen. War gar nicht so trivial, dies bei dem eigenwilligen Konturenverlauf hinzubekommen.

Montag, 9. September 2013

AROSO-ST Erstflug - Flugeindrücke

Bei Windstärken und Spitzenböen zwischen 4-6 Bft an der Kante des SW-Hangs am Mte Catria wurde der Zwerg das erste Mal seinem Element übergeben.

Mühelos marschierte er mit seinen 215 g  gegen den Wind, wenngleich die Böenempfindlichkeit doch ab und zu für abrupte Versetzungen im 3D-Raum führte.

Erste Eindrücke:
Schwerpunkt bei 83mm O.K. Im Rückenflug keine Tendenz nach unten weg zu gehen.

Querruder-Wirksamkeit:  die Planvorgabe -25/+11mm ist an der untersten Grenze gehalten. Ich wünschte mir eine höhere max. Rollgeschwindigkeit.
Seitenruder: max. Ausschlag, gut wirksam, Expo-Zugabe sinnvoll für harmonischeres Fliegen.
Höhenruder: am hinteren Röhrchen des HR-Hebels gemessener Ausschlag -10/+12mm, war so O.K. wenn man wollte, könnte er nach oben noch vergrößert werden.

Der nächste Vormittag gab dann am Osthang weitere Gelegenheit zum Ausprobieren. Noch gegen 11 Uhr, als teilweise noch Wolkenfetzen unterhalb der Startstelle heraufwaberten. Bei deutlich gemäßigteren, weniger konstanten Bedingungen.

Das war die Stunde des AROSO 3D. Fliegen auf engstem Raum inkl. Trudeln /Rückentrudeln, Messerflugtrudeln (oder wie das auch immer genannt wird). Und das Ganze immer mit „leichtem Herzen“, denn was soll schon mit einem 200 Gramm Flieger wirklich ernsthaft passieren?

In der „Speed“-Stellung wird er sogar richtig schnell und man kann die Figuren etwas großräumiger fliegen.
Loopings sind aber auch extrem eng – fast auf einem 1m Durchmesser reduziert – zu realisieren. (vorwärts wie rückwärts, was in niedrigster Höhe auch stehende Achten ermöglicht). Naja, eigentlich sind‘s dann ja keinen richtigen Loopings mehr. Aber durch das geringe Gewicht sind viele Kunststücke möglich, an die man normalerweise nie gedacht hätte.

Nach einer guten halben Stunde Knüppelverbiegerei setzte ich den AROSO zur Landung ab. Ich hatte angeblich ein Grinsen im Gesicht.

Einstellungen, mit denen ich gut zurechtkam: (Graupner MC22s)
Expo
Normal                 Speed  
QR 35%                45%       Diff. 40%
HR 60%                60%
SR 35%                 45%

Bremse auf QR +45%
Bremse auf HR -5%

Mehr Beschreibungen zu bieten fällt mir im Augenblick schwer, ist aber denke ich auch nicht notwendig. Die Grenzen der famosen AROSO-Konstruktion müssen individuell ausgelotet werden.  

Fazit:
So einen Flieger hat man sich "früher" immer gewünscht: auch bei mauen, unzuverlässigen Hangflugbedingungen trotzdem so eine Art Kunstflug betreiben zu können. Auch auf kleinen Hügelchen.
Das bietet der AROSO. Die miniaturisierte RC-Technik macht’s möglich.

Mittwoch, 21. August 2013

auch Verpackungsmaterial fliegt !

Darf ich vorstellen: mein neuer Segler AROSO-ST 3D !



Gerade rechtzeitig vor unserem Hangflug-Event in Italien ist er nun fertig geworden.
Ein geballtes Bündel aus Depron und reißfestem Verpackungs-Klebeband (28µm)!
  • Abfluggewicht: 216 g. (neu gewogen)
  • Spannweite: 115 cm.
  • bevorzugtes Einsatzgebiet: Hangkante, Thermik, aber auch bis Windstärke 6 Beaufort.


Klaus hatte schon vor Monaten insgesamt 3 AROSO's geordert.
Rumpf und Flächen wurden in Schalenbauweise sauber vorgefertigt geliefert.
Es blieben aber trotzdem noch einige frickelige Arbeitsstunden, um diesen unmotorisierten Hallenflieger einsatzklar zu machen. Bei meiner altersbedingt mittlerweile eingeschränkten Feinmotorik kein unerheblicher Aufwand... wenn ich an die vielen Wiederjh

verbaute Komponenten:
  • Empfänger: Jeti 4 Kanal           (Geschenk von Frankie)
  • Servos:       4 Dymond D47      (ausgesucht von Klaus)
  • Akku:         Lipo 350 mAh / 2S 
Schnell wurde klar, es würde schwierig werden, die  angestrebte niedrige Flächenbelastung bei max. 230 g zu erreichen, denn das Gewicht der Leitwerke ließ erst mal den Bedarf an Trimmblei in der Nase auf mindestens 15 g steigen.

Die Gründe dafür waren klar: die Dymond-Servos waren zu leicht, und die Leitwerkskonstruktion zu schwer:
- Höhenleitwerk: 8,6 g (voll bespannt, Steckung mit 1 mm Stahldrähten)
- Seitenleitwerk: 3,6 g  (voll bespannt)

Also  baute ich noch jeweils eine "Light"-Version von HLW und SLW.
- Höhenleitwerk: 5,6 g (1/3 bespannt, Steckung mit CFK-Röhrchen-/Stäben)
- Seitenleitwerk: 2,1 g  (1/3 bespannt)
Nachdem der Trimmblei-Bedarf auf diese Weise um ca. 9 g gesenkt wurde, ergibt sich damit auch ein Gewichtsvorteil  von ca. 13g; mehr war nicht möglich. Nach dem Erstellen einer provisorischen SP-Waage stellte sich dann heraus, daß tatsächlich kein Blei mehr erforderlich ist, der SP liegt genau bei 83 mm. Dies führt zum atemberaubenden Geamtgewicht von 215 g.

noch ein paar Detailfotos:
Die Servos in der Rumpfspitze wurden übereinander - in Doppelstockbetten-Manier - angeordnet. Dafür mußte der Seitenruder-Anlenkhebel etwas gekürzt werden, da der Rumpf im unteren Bereich schmäler ausfällt.
Der Kabelbaum für Akku-/QR-Anschluß wurde selbst ge-/ver-crimpt, dafür hatte ich extra 'ne Crimp-Zange von Fa. Nessel besorgt. Diese Aktion verzögerte den Baufortschritt um zusätzliche 2 Tage.
 
 
Das Höhenruder wird mit 1,5 mm CFK-Stab angelenkt. Zwei zusätzlich implantierte Depron-Spanten geben Führung.
 
Anlenkung des Seitenleitwerks. Man sieht auch, wie ich mit dem Packband bei der Light-Version gegeizt habe, um Gewicht zu reduzieren.
Komplettansicht Seitenleitwerk
 
je nach Lichteinfall und Vergrößerungsgrad zeigt sich an Problemstellen doch eine gewisse Neigung zu Faltenwurf beim Paketband. (einzelne Ablösungen inbegriffen). Scheint an meiner mangelnden handwerklichen Qualifikation zu liegen.
 
Höhenleitwerk, Light-Version 5,6 g mit CFK-Steckung
 
komplette Installation der RC-Anlage mit Akku/Empfänger/Sevos in der Rumpfspitze
 
Anlenkung der Querruder mit 1 mm-Stahldraht.
Sehr schön zu sehen: die perfekte Oberflächengestaltung mit farblich ausgesuchten Paketband-Streifen
 
 
bisheriger Gesamteindruck:
Meines Erachtens ist die Konstruktionsweise des Modells äußerst durchdacht, sowohl in mechanischer als auch aerodynamischer Hinsicht.
Ich bin jedenfalls davon so beeindruckt, daß ich sogar den offiziellen Schriftzug AROSO aufgeklebt habe, obwohl das sicherlich 1g Mehrgewicht zur Folge hat. Ein Tribut an den Konstrukteur !

Schau'mer mal, ob das Gerät auch fliegt - Flugbericht folgt.
AUF ZU DEN HAPPY HORROR TOURS!



 

 



Montag, 22. Juli 2013

F-Schlepp Impressionen

Ein paar sehr schöne Impressionen vom F-Schlepp, fotografiert von unserem Gastflieger Daniel.
Zunächst vom 6. Juli 2013:
Manfreds Schleppmaschine

Startklar mit Dirks Pilatus B4

B4 wird angezogen

B4 und Schlepper sind 'frei'

Schlepper auf dem Rückweg

Schlepper Landung

Karls Oldtimer am Haken

Und nun Höhe machen ...

Gerhards Segler am Haken



Und vom 13. Juli 2013 gibt es eine schöne Startsequenz:

Anziehen

Segler kommt langsam frei

Segler ist frei

Schlepper auch frei

Und nun heißt es "Höhe machen" für den Schleppzug


Dienstag, 30. April 2013

Pilatus B4 - Noch ein Bug ... und (fast) fertig

Den hoffentlich letzten Bug an dem Bausatz habe ich nun bei der Flächensteckung gefunden.
Zum einen sind die Steckungsröhrchen in den Flächen unterschiedlich tief, zum anderen ist der  Steckungsstahl kürzer als die Summe der beiden Flächenaufnahmen zzgl. Rumpfbreite.

Als Bug-Fix gab es Buchenstababschnitte an den Enden des Stahls

Buchen-Stahl
Vor dem Zuschneiden der Haube habe ich mich lange gedrückt, war aber letztlich nicht schlimm. Langsam rantasten mit Messer, Hobel und Schleifklotz.

Rahmen lackiert, Haube aufgeklebt, Aufkleber drauf, Fläche und HLW bebügelt.

Finish
 Der Eigenbau-Haubenrahmen ist, zugegeben, leider viel zu dick geworden. Aber wenn die Nase noch schwarz lackiert ist, fällt es (hoffentlich) nicht mehr ganz so auf.
Finish
Das Blau ist übrigens mit Metallic-Effekt, sieht man auf dem Foto leider nicht.
Der Pilot ist auch noch in Arbeit, aber an seiner Stelle würde ich beim Erstflug auch nicht dabei sein wollen. :-)

Von unten sieht das ganze eher langweilig aus ...

Unterseite
Vielleicht mach ich noch mehr Blockstreifen drauf. Der Rumpf soll von unten noch rot werden.

An die Waage mit dem Eimer.

3,04 kg
Mit Bleiersatz für den fehlenden Piloten sind es 3,04 kg.

Herstellerangabe ist 2,5 kg.
Das Gewicht der Einzelteile (ohne RC) war 1,85 kg.
Wo kommen die 1,2kg her?

Ca. 200g Blei in der Nase, 200g Akku, 7 Servos 150g, Kupplung, Empfänger, BEC 150g
Macht ca. 700g, fehlen noch 500g. Eben die 500g, die ich über der Herstellerangabe liege.
Kleber, Folie, Servobrettchen, Kabel? Verstehe ich nicht ganz.

Halt, die Stahlsteckung sind auch noch 210g, bleiben noch 290g zu erklären. Die Herstellerangabe erscheint mir aber nicht einfach erreichbar.

Egal, etwas mehr Durchzug kann ja nicht schaden. :-)



Montag, 15. April 2013

Akaflieg Dresden Baumuster 10 (DB10)


DB10 Rumpfbau

Anfang Dezember 2011 waren die Entwurfsarbeiten so weit vorangeschritten, dass ich mit den eigentlichen Bauarbeiten beginnen konnte. Da die in Auftrag gegebenen Frästeile für Fläche und Leitwerke noch nicht geliefert waren habe ich mit dem Rumpf begonnen. Das folgende Bild zeigt die Rumpfkonstruktion in der Seitenansicht. Um die EWD später noch exakt einstellen zu können habe ich die Höhenruderflosse mit einer Trimmspindel versehen.



10mm x 10mm x 3mm Winkelförmige Längsgurte wurden aus 3mm x 7mm und 3mm x 10mm Kiefernleisten verklebt und mit 3mm x 7mm Diagonalen und Eckverbindern aus 0,6mm Birkensperrholz eben zu rechtem und linkem Fachwerk verklebt.




Nun wurden die Rumpfspanten aus Pappelsperrholz ausgeschnitten und der Hauptspant wurde für die Flügelaufnahme verstärkt.


 Mit den Untergurten auf dem Baubrett liegend wurde der hintere, nicht gewölbte Teil des Rumpfes (Gurte und Spanten) verklebt. Die in dieser Lage noch eingeklebten horizontalen Diagonalstreben gaben dem Hinterrumpf schon die finale Steifigkeit.


 Als nächstes wurden die nun die auf Füßen stehenden vorderen Spanten eingeklebt. Da sich am gewölbten Vorderrumpf die winkelförmigen Längsgurte nicht hätten biegen lassen, wurde zuerst der horizontale 3mm x 7mm Gurt verklebt und erst später wurde der 3mm x 10mm Gurt beigezogen und verklebt.




Die früher schon erwähnte EWD-Verstellung wurde in Form einer Trimmspindel, mit der die vordere Höhenruderflossenverbindung (CFK F 4mm) nach oben oder unten um die hintere Höhenruderflossenverbindung (CFK F 6mm) verstellt werden kann. Da die Spindel einen linearen Weg beschreibt, sich die vordere Höhenruderflossenverbindung jedoch auf einem Kreisbogen bewegt, musste die Spindelmutter schwimmend gelagert werden.


Donnerstag, 11. April 2013

Akaflieg Dresden Baumuster 10 (DB10)


Der Bau meiner "Mü3 KAKADU"  war abgeschlossen, und ich machte mich auf die Suche nach einem Oldtimer, den ich als nächstes Projekt in Angriff nehmen konnte.
Ein kleines Foto im Buch „Die Evolution der Segelflugzeuge“ von Günther Brinkmann / Hans Zacher machte mich auf ein Segelflugzeug der Akaflieg Dresden aus dem Jahr 1931, die „Dresden Baumuster 10“ im Folgenden „DB10“ aufmerksam. 
Das Flugzeug wurde vom damaligen Technischen- und Gruppenflugleiter der Akaflieg Dresden Erhard Muschnik entgegen dem Trend den Rumpf mit ovalem Rumpfquerschnitt auszuführen, mit kantigem Rumpfquerschnitt entworfen. Ein teilweise Stoff bespannter Rumpf machte mich zusätzlich neugierig.
Auf eine Anfrage bei der Akaflieg Dresden http://www.akaflieg-dresden.de/ nach detaillierten Unterlagen wurden mir dankenswerter Weise von Herrn Lutz Müller eine Menge Bilder aber leider keine original 3-Seiten Ansicht zugeschickt.



Eine Rekonstruktion der 3-Seiten Ansicht von Karlheinz Kens verfasst, die in Modellflug International 2/2010 erschienen ist, diente mir letztendlich als Basis für den Entwurf der DB10 im Maßstab 1:4.


Ein Vergleich der Flugleistungen der damaligen Hochleistungssegelflugzeuge zeigte, dass die DB10 trotz der „Todsünde“ des Kastenrumpfes offensichtlich einen ganz außergewöhnlich guten Flügelentwurf aufwies.

NAME
BJ
Gleitzahl
Geringstes
Sinken
Spannweite
Wien
1929
22
0,71
19,10
Fafnir
1930
24
0,76
19,00
Austria
1930
26
0,55
30,00
DB10
1931
30
0,55
20,00
Condor I
1932
26
0,65
17,26
Moazagotl
1933
23
0,58
20,00
Fafnir II
1934
26
0,63
19,00
Röhnsperber
1934
21
0,73
15,20
Minimoa
1935
26
0,65
17,00
Kranich II
1935
23
0,70
18,00
D30
1936
37
0,55
20,10
Sperber Junior
1936
24
0,65
15,60
DFS Reiher
1937
33
0,50
19,00

Bemerkenswert vielleicht auch der Flügel-Rumpf-Übergang mit der am Rumpf nach vorne gezogener Nasenleiste und nach hinten gezogenen Endleiste, wie wir sie seit wenigen Jahren auch bei den modernen Entwürfen von Segelflugzeugen finden. Das folgende Bild zeigt den Flügel-Rumpf-Übergang der „CONCORDIA“, die Gerhard Weibel zusammen mit Dick Butler konstruiert hat und die bei 28 m Spannweite eine beste Gleitzahl von >70 haben soll.


Bei meinem letzten F3B Modell „COLANIX“ hatte ich ja auch schon einen diesbezüglichen Versuch unternommen, was mich zusätzlich zum Bau der DB10 inspirierte.
Mit großem Enthusiasmus machte ich mich dann im Herbst 2011 an den Entwurf der DB10 im Maßstab 1:4. Wie bei der vorangegangenen Mü 3 sollten wieder die traditionellen Materialien wie Kieferleisten, Birken- und Pappelsperrholz und Stoffbespannung zum Einsatz kommen.


Fortsetzung folgt!